Blutparasiten

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Blutparasiten sind Bakterien (Anaplasma phagozytophilium) oder Parasiten (Babesia caballi, Theileria equi) die weisse oder rote Blutkörperchen befallen und eine Erkrankung auslösen. Die Übertragung erfolgt über Zecken. Eine direkte Übertragung von Pferd zu Pferd findet nicht statt. Infizierte Pferde zeigen meist hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit, aber auch angelaufene Beine, Blutungen in der Schleimhaut und Wasseransammlungen am Unterbauch (Ödeme) kommen vor. 

Bei uns stehen Spezialisten zur Verfügung, die mit Hilfe von modernsten Untersuchungsmethoden die Ursache der Symptome bei Ihrem Pferd diagnostizieren, den Schweregrad und die Prognose der Erkrankung beurteilen und Ihnen die Therapiemöglichkeiten aufzeigen, sollte Ihr Pferd an einem Blutparasit erkrankt sein.

Blutparasit (Anaplasma phagyzytophilium) in einem weissen Blutkörperchen

 

 

Blutparasiten – Was musss ich wissen

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Wie kommt es zur Ansteckung?

Blutparasiten werden durch Zecken übertragen. Verschiedene Zeckenarten übertragen verschiedene Erkrankungen. In der Schweiz heimisch ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der bei Tieren und Menschen Borrelien, Anaplasmen, Babesien und TBEV (tick-borne encephalitis virus, Auslöser der Frühsommer-meningoencephalitis - FSME) überträgt sowie die Auwaldzecke (Dermatocentor reticulatus), die beim Pferd die Babesien überträgt.

Niedrige Temperaturen lassen Zecken in eine Winterstarre verfallen. Aufgrund der Klimaerwärmung verlängert sich seit einigen Jahren die Zeckensaison, bzw. sind diese mittlerweile ganzjährig aktiv. Ab einer Umgebungstemperatur von 7°C werden sie aktiv und suchen nach einem Wirt für eine Blutmahlzeit.

Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock

 

Typische Symptome bei einem Befall mit Blutparasiten

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Typische Symptome bei Anaplasmose

Es gibt verschiedene genetische Varianten von Anaplasmen, die verschiedene Tierarten und auch Menschen befallen. Anaplasmen befallen weisse Blutkörperchen und verursachen eine Entzündungsreaktion im Körper. Symptome sind Fieber, Fressunlust, Mattigkeit, gelbliche Verfärbung der Schleimhäute, angelaufene Beine und Wasseransammlungen am Unterbauch (Ödeme). Selten sind auch neurologische Symptome zu sehen, z.B. ein schwankender Gang. 

Pferd mit Wasseransammlung am Unterbauch (Ödem)

 

 

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Typische Symptome bei Piroplasmose

Babesia caballi und Theileria equi lösen die sogenannte Piroplasmose aus. Der Verlauf kann akut, chronisch oder inapparent (ohne Symptome) sein. Bei einer Infektion mit Theileria equi verläuft die Erkrankung meist schwerer als bei einem Befall mit Babesia caballi. Da beide rote Blutkörperchen befallen werden diese zerstört und es kommt zu typischen Symptomen. Betroffene Pferde zeigen hohes Fieber, Mattigkeit, Fressunlust, gelbliche Verfärbungen der Schleimhäute und Einblutungen in Schleimhäute. In seltenen Fällen kann es zu schweren Verläufen kommen bei denen sich unter anderem durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen auch der Harn dunkelrot verfärbt. Da die roten Blutkörperchen zerstört werden können sie ihre Funktion des Sauerstofftransportes nicht mehr erfüllen. Dadurch werden andere Organsysteme in ihrer Funktion beeinträchtigt - z.B Niere, Leber.

Harn von einem Pferd mit schwerem Verlauf einer Piroplamose

 

Wie werden Blutparasiten diagnostiziert?

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Mit Hilfe einer Blutuntersuchung und speziellen Nachweismethoden für Infektionserreger kann die Diagnose gestellt werden. In einigen Fällen können die Bakterien bzw. Parasiten in einem Blutasstrich in den roten oder weissen Blutkörperchen unter dem Mikroskop gesehen werden. Weitere notwendige Untersuchungsmethoden sind eine PCR- und Antikörperuntersuchung.

Theileria equi in roten Blutkörperchen

 

 

 

 

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Wer untersucht mein Pferd?

Ihr Pferd wird von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit Spezialgebiet Pferdemedizin untersucht und sämtliche Untersuchungen und Behandlungen werden mit der zuständigen Oberärztin besprochen. Für Spezialuntersuchungen werden bei Bedarf weitere Spezialisten anderer Fachgebiete beigezogen. Studierende der Veterinärmedizin stehen im Rahmen ihrer Klinikrotationen den Tierärztinnen und Tierärzten unterstützend zur Seite, sind jedoch nie alleine für Ihr Pferd verantwortlich. Unser Team aus Oberärztinnen besteht aus ausgewiesenen Spezialistinnen mit der höchsten Qualifikationsstufe in der Veterinärmedizin, dem Diplom des ECEIM (European College of Equine Internal Medicine) und/oder des ACVIM (American College of Veterinary Internal Medicine).

Die Oberärzte der Klinik für Pferdemedizin von l. nach r.  Dr. med.vet Meret Wehrli Eser Dipl ECEIM, Prof. Dr.med.vet. PhD Colin Schwarzwald Dipl. ECEIM, Dipl. ACVIM (Klinikdirektor), Dr. med.vet Hannah Junge Dipl ECEIM PD Dr.med.vet. PhD Angelika Schoster Dipl ECEIM, Dipl ACVIM

 

Behandlung der Blutparasiten

Heimgehen

Basierend auf den Befunden erstellen wir in Absprache mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan für Ihr Pferd. Die Erreger werden mit speziellen Medikamenten eliminiert. Zusätzlich brauchen die meisten Pferde eine unterstützende Therapie. Da eine intensive Überwachung während der Behandlung notwendig ist, werden betroffene Pferde immer stationär in der Klinik behandelt.

Sie können die notwendigen Medikamente direkt von uns oder je nach Absprache, bei Ihrem Privattierarzt oder Ihrer Privattierärztin beziehen.

Sie bekommen einen detaillierten Bericht, in dem nochmals alle Befunde zusammengefasst sind, die Behandlung aufgeführt ist, sowie wichtige Informationen zur Erkrankung und Nachsorge aufgeführt sind.

Wir informieren auch Ihren Privattierarzt oder Ihre Privattierärztin, damit Nachkontrollen wenn möglich zu Hause durchgeführt werden.

 

Prognose

Bei einer Infektion mit Anaplasmen ist der Verlauf in der Regel einfach und die Prognose gut. Bei Piroplasmose ist der Verlauf abhängig vom Schweregrad der Symptome und dem Erreger der Erkrankung. Der Verlauf einer Infektion mit Babesia caballi ist meist milder als bei einer Infektion mit Theileria equi. Theileria equi kann trotz Therapie lebenslang im Pferd bestehen bleiben, es kommt aber häufig nicht mehrfach zu schweren Verläufen, Babesia caballi wird durch die Therapie eliminiert.

 

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Fieber

Hat ihr Pferd Fieber? Nicht jedes Fieber muss sofort mit Antibiotika behandelt werden. Wie auch beim Menschen kann die Ursache eine Infektion sein. Schwerwiegende Verletzungen, Tumore oder Allgemeinerkrankungen können ebenfalls zu Fieber führen.

Wenn es sich um eine Infektion handelt sind häufig Viren die Auslöser, aber Bakterien oder Parasiten kommen ebenso als Verursacher in Frage.

Hat Ihr Pferd Fieber sollte die Ursache durch einen Tierarzt abgeklärt werden. Bei uns stehen Spezialisten zur Verfügung, die mit Hilfe von modernsten Untersuchungsmethoden die Ursache der Symptome bei Ihrem Pferd diagnostizieren, den Schweregrad und die Prognose der Erkrankung beurteilen und Ihnen die Therapiemöglichkeiten aufzeigen, sollte Ihr Pferd Fieber haben.

Pferde zeigen häufig erst bei hohem Fieber Symptome. Tägliches Fieber messen ist daher bei Pferden ist empfehlenswert um Probleme frühzeitig zu erkennen.  mehr

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