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Magen-Darm-Erkrankungen

Magen-Darm Erkrankungen (Gastroenterologie)

Im Fachgebiet der Gastroenterologie beschäftigen wir uns mit Problemen des Magen-Darm-Traktes, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse.

Das Team der Gastroenterologie der Kleintiermedizin am Universitären Tierspital Zürich mit der Doggenhündin und Kotspenderin, Edith.
Das Team der Gastroenterologie der Kleintiermedizin am Universitären Tierspital Zürich mit der Doggenhündin und Kotspenderin, Edith.

Wir bieten modernste, diagnostische Untersuchungen und Therapien für Hunde und Katzen an. So können wir unter anderem Druckmessungen in der Speiseröhre durchführen und mittels Ballon-Enteroskopie den ganzen Dünndarm von innen begutachten.

Häufige Erkrankungen

  • Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt
  • Magen- und Darmgeschwüre
  • Entzündliche Magen- und Darmerkrankungen
  • Erkrankungen von Leber oder Bauchspeicheldrüse

Kottransplantationen beim Hund

Ein gesunder Darm ist die Grundlage für eine gute Gesundheit. Wir wissen aus Erfahrung, wie sich Probleme im Darm auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Das ist bei Hunden nicht anders als bei Menschen. Die Wissenschaft gewinnt immer mehr Erkenntnisse darüber, wie wichtig die eigene Mikrobiota im Darm für viele andere Aspekte des Körpers ist. Denn der Darm hat verschiedene Funktionen. Neben der Verdauung ist der Darm an der Immunmodulation beteiligt und wehrt Krankheitserreger ab. Er steuert auch antiinflammatorische (antientzündliche) Prozesse im Körper. Inzwischen weiss man auch, dass sich der Darm sogar auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Einige Hundehalter sind immer wieder damit konfrontiert, dass ihr geliebter Vierbeiner chronische Magen-Darm-Beschwerden hat. Mal zeigt sich dies als Durchfall – mal hat der Hund Verstopfung und sichtliche Probleme mit der Darmentleerung. Weder das eine noch das andere ist angenehm. Was folgt, sind Termine beim Tierarzt und eingehende Untersuchungen. Für chronische gastrointestinale Symptome kommen verschiedene Ursachen in Frage. Bei ungefähr der Hälfte aller Hunde und Katzen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden ist zusätzlich eine Dysbiose vorhanden.

Einige Hundehalter sind immer wieder damit konfrontiert, dass ihr geliebter Vierbeiner chronische Magen-Darm-Beschwerden hat. Mal zeigt sich dies als Durchfall – mal hat der Hund Verstopfung und sichtliche Probleme mit der Darmentleerung. Weder das eine noch das andere ist angenehm. Was folgt, sind Termine beim Tierarzt und eingehende Untersuchungen. Für chronische gastrointestinale Symptome kommen verschiedene Ursachen in Frage. Bei ungefähr der Hälfte aller Hunde und Katzen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden ist zusätzlich eine Dysbiose vorhanden.

Dysbiose ist ein medizinischer Fachbegriff und bedeutet, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm gestört ist. Eine Dysbiose äussert sich in verschiedenen Symptomen. Dazu gehören vor allem Unwohlsein, Blähungen, Bauchschmerzen und (chronischer) Durchfall. Eine Dysbiose kann in unterschiedlichen Schweregraden vorliegen. 

Um eine Dysbiose zu erkennen, kann die Zusammensetzung der Darmbakterien (intestinale Mikrobiota) untersucht werden. Handelt es sich um chronische Durchfälle und anhaltende gastrointestinale Symptome, ist eine Untersuchung erforderlich. Nach der Gabe von Antibiotika und danach auftretenden/anhaltenden Darmproblemen ist die Erstellung eines so genannten Dysbiose-Index wichtig.

Das Laborergebnis kann eine gestörte Mikrobiota bestätigen. Diese Information ist sehr hilfreich und dient als Grundlage für die Entscheidung, ob eine therapeutische Intervention sinnvoll ist. In der Tiermedizin gibt es gute Möglichkeiten, die Zusammensetzung der Darmbakterien positiv zu beeinflussen: Die Kottransplantation, oder wie sie in der Fachsprache auch genannt wird, Fecal Microbiota Transplantation (FMT). Manchmal hilft bereits die Gabe von Probiotika. Probiotika sind Präparate, die bestimme Bakterien enthalten, die spezifische Prozesse im Darm fördern.

Probiotika zeigen vor allem bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine gute, unterstützende Wirkung. Allerdings kann eine Veränderung der Zusammensetzung der Darmbakterien allein durch die Gabe von Probiotika nicht vollständig korrigiert werden. 

Bei anhaltenden Problemen bietet sich daher eine Kottransplantation an. Denn der Spenderkot enthält nicht nur eine kleine Auswahl an Bakteriengruppen, sondern eine komplette gesunde Mikrobiota. Da auf die Dysbiose oft noch andere Erkrankungen zurückzuführen sind, kann die Kottransplantation begleitend zur Behandlung der Grunderkrankung eingesetzt werden. 

Für eine langfristige Stabilisierung des Gesundheitszustandes ist es notwendig, diese Krankheiten mit einer speziellen Diät oder durch die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten zu behandeln. Insgesamt trägt die Kottransplantation dazu bei, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich zu verbessern und möglicherweise auch Langzeitfolgen zu vermindern oder sogar zu vermeiden.

 

Wenn Sie noch nie mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, mag der Gedanke an eine Kottransplantation im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich wirken. Die Behandlung ist eine einfache wie wirksame Methode, um Hunde mit Durchfall begleitend zur Standardtherapie zu behandeln. Kottransplantationen gibt es nicht nur in der Tiermedizin. Sie werden seit Jahrzehnten auch erfolgreich beim Menschen angewandt.

Die Fecal Microbiota Transplantation (FMT) ist ein sehr schonendes Verfahren für den Hund. Es ist weder eine Vollnarkose noch eine Sedation nötig.

Der erste Schritt für eine FMT ist die Gewinnung von Spenderkot. Dafür wählen wir den Kot eines Hundes mit einer gesunden Darmmikrobiota. Die Auswahl der Spendertiere erfolgt sorgfältig und nach strengen Kriterien. Sie dürfen zum Beispiel keine Krankheiten haben und nicht unter Einfluss von Medikamenten stehen. Die Spendertiere werden regelmäßig allgemein sowie auf verschiedene Krankheitserreger untersucht.

Wir bieten derzeit zwei Methoden zur Kottransplantation an:

  • rektale Verabreichung
  • orale Verabreichung

Bei der rektalen Behandlung wird der aufbereitete Spenderkot eines Tieres mit einer Spritze und einem passenden Schlauch in den Enddarm eines erkrankten Hundes eingebracht. Dies ist nicht mit Schmerzen verbunden und wird von unseren Patienten toleriert. Im Darm des Hundes breiten sich dann die neu eingebrachten Darmbakterien aus und sorgen dafür, dass die Mikrobiota wieder in ein gesundes Gleichgewicht kommt. Eine Verbesserung der Zusammensetzung der Darmbakterien im Kot ist bereits nach 24 Stunden zu erkennen. Manchmal sind mehrere Kottransplantationen im monatlichen Abstand notwendig, um die Mikrobiota neu aufzubauen.

Für die orale Verabreichung wir der Spenderkot tiefgefroren und gefriergetrocknet (lyophylisiert). Das entstandene Lyophylisat wird anschliessend zerkleinert und als Pulver verkapselt. Der Hund bekommt die Kapseln täglich oral verabreicht, am besten zusammen mit etwas Futter. Ideal ist eine Kombination beider Verfahren.

Wie bei jedem medizinischen Eingriff kann es auch bei einer Kottransplantation zu Problemen kommen. Dazu gehören etwa die Übertragung von (multiresistenten) Infektionserregern durch den Spenderkot, allergische Reaktionen oder die Verletzung des Darms. Allerdings sind diese Komplikationen in der Praxis äusserst selten und in der Tiermedizin noch nicht dokumentiert. Wir geben alles dafür, das Komplikationsrisiko sehr gering zu halten, indem wir unter anderem den Spenderkot auf multiresistente Bakterien untersuchen.

Die Kottransplantation beim Hund ist eine vielversprechende und gut erprobte Möglichkeit, die Darmgesundheit des Hundes nachhaltig zu verbessern.

Der aufbereitete Spenderkot wird mittels einer Spritze und einem passenden Schlauch in den Darm eines erkrankten Hundes eingeführt.
Der aufbereitete Spenderkot wird mittels einer Spritze und einem passenden Schlauch in den Darm eines erkrankten Hundes eingeführt.

Unser Team

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Expertinnen und Experten in unserem Team.

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Abteilung für Gastroenterologie

Klinik für Kleintiermedizin
Vetsuisse-Fakultät, Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich

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