Magendrehung beim Hund

Eine Magendrehung beim Hund ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Sie kann zu schweren Kreislaufproblemen und Herzrhythmusstörungen führen und erfordert umgehend tierärztliche Hilfe. Wird sie frühzeitig behandelt, liegen die Überlebenschancen bei etwa 90 %.

The esophagus is a long muscular tube in a dog’s body that carries food and water from the mouth to the stomach. It is an important part of the digestive system.

Magendrehung beim Hund: Das Wichtigste in Kürze

  • Typische Warnzeichen: Unruhe, starkes Speicheln, erfolgloses Würgen, ein aufgeblähter Bauch sowie zunehmende Schwäche oder Kreislaufprobleme.

  • Sofort handeln: Eine Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Bei Verdacht muss der Hund umgehend tierärztlich untersucht und behandelt werden.

  • Behandlung: Zuerst stabilisieren wir den Kreislauf. Danach drehen wir den Magen operativ zurück und befestigen ihn dauerhaft an der Bauchwand (Gastropexie).

  • Prognose: Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Überlebenschancen. Bei einer frühzeitigen Behandlung liegen sie bei etwa 80%.

Was ist eine Magendrehung beim Hund?

Ursachen und Risikofaktoren

Die Magendrehung (Magenverdrehung, Gastric Dilatation-Volvulus, GDV) ist einer der schwerwiegendsten Notfälle in der Kleintiermedizin. Zuerst füllt sich der Magen mit Gas, Flüssigkeit oder Futter und dehnt sich stark aus. Danach kann sich der Magen um seine Längsachse drehen. Dadurch verschliessen sich der Mageneingang und der Magenausgang. Gase und Flüssigkeiten können dann nicht mehr entweichen.

Die Drehung schnürt wichtige Blutgefässe ab. Die Durchblutung von Magen und Milz wird gestört. Dadurch kann Gewebe absterben. Gleichzeitig drückt der stark aufgeblähte Magen auf grosse Blutgefässe im Bauchraum. Das vermindert den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Dies führt zu einem Kreislaufschock. Ohne Behandlung kann die Magendrehung innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufen.

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Besonders gefährdet sind grosse und tiefbrüstige Hunderassen wie Deutsche Doggen, Deutsche Schäferhunde, Weimaraner, Irish Setter und Dobermänner. Bei diesen Hunden kann eine vorbeugende Befestigung des Magens (Gastropexie) sinnvoll sein. Die Gastropexie führen wir häufig laparoskopisch durch. Sie kann zum Beispiel gleichzeitig mit einer Kastration erfolgen. Grundsätzlich kann jeder Hund eine Magendrehung entwickeln

Typische Symptome einer Magendrehung erkennen.

Unruhe, starkes Speicheln, erfolgloses Würgen, ein aufgeblähter Bauch sowie zunehmende Schwäche oder Kreislaufprobleme sind die häufigsten Anzeichen einer Magendrehung.

So wird eine Magendrehung diagnostiziert.

Die Diagnose erfolgt durch die klinische Untersuchung. In den meisten Fällen bestätigen Röntgenaufnahmen des Bauchraums den Verdacht. Typisch ist ein stark gasgefüllter und verdrehter Magen. 

Blutuntersuchungen zeigen, wie gut die Organe arbeiten und wie schwer der Kreislaufschock ist. Gleichzeitig zeichnet ein Elektrokardiogramm (EKG) die elektrische Aktivität des Herzens auf und erkennt mögliche Herzrhythmusstörungen.

Jeder Hund mit einer bestätigten Magendrehung benötigt eine möglichst rasche Operation. Vor dem Eingriff muss der Kreislauf jedoch soweit stabilisiert werden, dass eine sichere Narkose möglich ist. 

Wie wird eine Magendrehung behandelt?

Die chirurgische Behandlung ist die einzige endgültige Therapie bei einer Magendrehung. Vor der Operation ist es wichtig, den Magen zu entlasten. Das geschieht durch das Einführen einer Magensonde oder durch eine Punktion des Magens über die Bauchwand.

Ziel der Operation ist es, den Magen in seine normale Position zurückzubringen, seine Durchblutung zu überprüfen und ihn dauerhaft an der Bauchwand zu befestigen (Gastropexie). Wenn Teile des Magens oder der Milz bereits abgestorben sind, müssen diese entfernt werden.

Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Überlebenschancen deutlich. Je länger die Magendrehung besteht, desto grösser ist das Risiko für Gewebeschäden, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen.

Die Operation: Was bei einer Magendrehung gemacht wird

Über einen Bauchschnitt bringt das Operationsteam den verdrehten Magen in seine normale Position zurück. Anschliessend prüft es die Durchblutung von Magen und Milz und entfernt Magenbereiche, die nicht mehr ausreichend durchblutet oder bereits abgestorben sind. Ist die Milz dauerhaft geschädigt, entfernt das Team auch dieses Organ.

Zum Abschluss befestigt das Operationsteam den Magen dauerhaft an der Bauchwand. Dieser Eingriff heisst Gastropexie und senkt das Risiko einer erneuten Magendrehung erheblich.

Welche Komplikationen können auftreten?

Trotz einer erfolgreichen Operation bleibt die Magendrehung eine schwere Krankheit. Das Risiko für Komplikationen hängt davon ab, wie lange die Magendrehung schon besteht und wie stark der Magen und der Kreislauf geschädigt sind.

Zu den häufigsten Komplikationen gehören Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme, Störungen der Blutgerinnung, Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis) und Schäden am Magengewebe. In seltenen Fällen ist eine weitere Operation nötig.

Wie ist die Prognose bei einer Magendrehung?

Die Überlebenschancen liegen bei einer schnellen Behandlung bei etwa 90 Prozent. Wenn grosse Teile des Magens entfernt werden müssen oder schwere Schäden im Kreislauf und in den Organen vorliegen, verschlechtert sich die Prognose.

Operation und Genesung: Das Wichtigste auf einen Blick

1 Stunde
Halskragen oder Body als Leckschutz
für 10 bis 14 Tage
Vollnarkose
Lebenslang mehrere kleine Portionen
Spital2
Ambulanter bis stationärer Spitalaufenthalt 1 Tag
2 Wochen kurze Spaziergänge
an der Leine, kein freies Spielen
Fädenziehen 10 bis 14 Tage nach
der Operation
Prognose: Abhängig von Dauer, Gewebeschäden und Allgemeinzustand.

Die meisten Hunde bleiben nach der Operation ein bis mehrere Tage stationär, damit Kreislauf, Herzrhythmus und Schmerztherapie engmaschig überwacht werden können. 

​Schmerzbehandlung:

Während des stationären Aufenthaltes erhält der Hund starke Schmerzmittel sowie bei Bedarf weitere Medikamente gegen Übelkeit und Magenübersäuerung. 

​Futter und Wasser:

Sobald der Hund stabil ist, werden kleine Mengen Wasser und leicht verdauliches Futter angeboten. Anschliessend erfolgt ein schrittweiser Übergang zur normalen Fütterung. 

​Nach Hause:

Nach der Entlassung sollte der Hund für etwa zwei Wochen ausschliesslich an der Leine geführt werden. Springen, Toben und intensives Spielen sollten vermieden werden. Ein Halskragen oder Body schützt die Operationswunde. Die Hautfäden werden nach 10–14 Tagen entfernt. Weitere Nachkontrollen werden individuell vereinbart. 

Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2026
Erstmals publiziert am 15. April 2026

Fachlich geprüft durch unsere Spezialist:innen der Kleintierchirurgie

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