Interventionelle Radiologie

Neue, schonende Krebstherapie für Hunde am Universitären Tierspital Zürich

Die interventionelle Radiologie beim Hund eröffnet neue Möglichkeiten in der Behandlung von Krebs oder bei Gefässmissbildungen. Unter Bildkontrolle (Ultraschall oder CT) werden millimetergenau Sonden oder Katheter platziert, um Gefässe zu verschliessen oder Tumoren gezielt zu behandeln. Grosse Operationen sind dabei nicht nötig, weil viele dieser Eingriffe ambulant oder mit sehr kurzem Klinikaufenthalt durchgeführt werden können.

Dies ist ein Bild von einem Hund, der kurz vor einer CT-Untersuchung sediert wurde. Er liegt auf einem CT-Scanner.

Dieser neue Service wird von der Abteilung für Weichteil- und Tumorchirurgie in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsspitals Zürich (PD Dr. G. Puippe und Dr. S. Kupfer) angeboten. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus der Humanmedizin, die unseren tierischen Patienten eine neue, innovative Therapieoption eröffnen.

Typische Verfahren

Vor der Prostataembolisation (links), nach der Prostataembolisation (rechts).
Vor der Prostataembolisation (links), nach der Prostataembolisation (rechts).

Embolisation

Ein Gefäss, das den Tumor mit Blut versorgt, wird gezielt verschlossen. Das stoppt zum Beispiel das Wachstum oder verkleinert den Tumor.

Mikrowellenablation

Hitze zerstört Tumorzellen. Eine feine Sonde erhitzt nur den Tumor und schont das umliegende Gewebe.

Kryoablation

Hier wird der Tumor vereist. Extreme Kälte wirkt gezielt auf die Krebszellen und ist dabei sehr schonend.

Mit diesen Verfahren können wir Krebs beim Hund minimalinvasiv behandeln. Diese Methode heilt die Krankheit in der Regel nicht, sondern dient als palliative Behandlung. Sie hilft dabei:

  • Schmerzen zu lindern
  • Symptome zu reduzieren
  • die Lebensqualität zu verbessern
  • wertvolle Lebenszeit zu schenken

So stellt die interventionelle Radiologie eine neue und schonende Möglichkeit in der Krebstherapie dar. Sie ergänzt andere Behandlungen wie eine Operation, eine Strahlen- oder eine Chemotherapie beim Hund.

Indikationen beim Hund

Die interventionelle Radiologie für Tiere gibt es bisher nur an wenigen Orten in Europa. Veterinärmediziner:innen setzen das Verfahren beim Hund erfolgreich bei folgenden Erkrankungen ein:

Lebertumore

Die Embolisation bietet eine Option grosse Lebertumoren, die nicht mehr operiert werden können zu behandeln. Bei dieser Behandlung verschliesst ein Tierarzt oder eine Tierärztin das Blutgefäss, das den Tumor hauptsächlich versorgt. Die Therapie verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung oder verkleinert den Tumor in etwa 75% der Fälle. Oft schrumpft der Tumor dadurch so sehr, dass eine Operation möglich wird.

Bei Hunden mit mehreren Lebermetastasen können in ausgewählten Fällen auch Mikrowellenablation oder Kryoablation angewendet werden.

Prostatakarzinome

Bis heute gibt es leider keine wirklich heilende Therapie des Prostatakarzinoms beim Hund. Ziel der Behandlung ist meist die Linderung von Symptomen, insbesondere Problemen beim Urinabsatz.

Eine Embolisation der Blutgefässe in der Prostata ist eine Option für Patienten, bei denen eine Strahlentherapie nicht in Frage kommt. Die Therapie verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung oder verkleinert den Tumor in etwa 70% der Fälle . Das lindert die Beschwerden deutlich und erleichtert dem Hund das Wasserlassen.

Nierentumore

Nierenkrebs bei Hunden ist selten, verursacht aber oft starke Schmerzen. Meistens erkranken ältere Hunde daran. Die Entfernung der ganzen Niere ist für sie sehr riskant, da danach oft die zweite Niere versagt.

Eine gezielte minimalinvasive Behandlung zerstört den Tumor. Die Niere bleibt dabei erhalten.

Indikationen ausserhalb der Krebstherapie

In der Kardiologie werden interventionelle Methoden am Tierspital Zürich schon lange angeboten, um Herzerkrankungen zu behandeln oder Shunts (angeborene oder erworbene Lebergefässmissbildungen) in der Leber zu verschliessen. Neu können wir nun auch die Behandlung von Gefässanomalien (arteriovenösen Fisteln) an anderen Stellen des Körpers anbieten.

Kontakt aufnehmen

Sie haben ein betroffenes Tier, das bereits eine Voruntersuchung inklusive CT hinter sich hat? Dann senden Sie uns die Ergebnisse vorab zur Beurteilung. Alternativ können Sie sich auch direkt in unserer Sprechstunde vorstellen.

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