Lattice- oder SBRT Strahlentherapie bei grossen Tumoren

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 Studienteilnahme möglich
Die Lattice-Strahlentherapie ist eine innovative Form der Krebsbestrahlung zur Behandlung grosser, schwer therapierbarer Tumoren. Dabei wird der Tumor nicht gleichmässig, sondern punktuell in einem gitterförmigen Muster bestrahlt (engl. „Lattice“).
Impressionen von der Bestrahlung von Lou, einer Hündin mit einem grossen Hirntumor. Behandlung durch Valeria Meier, Oberärztin in der Radioonkologie der Kleintierklinik des Universitären Tierspitals der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich. Die Bilder wurden im Auftrag der Geschäftsleitung und Carla Rohrer-Bley erstellt, für den Jahresbericht des Universitären Tierspitals 2023.

Informationen zur Studie

Bei Hunden mit grossen, nicht operierbaren Tumoren wird oft eine besondere Form der Bestrahlung eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern. Eine übliche Methode ist die sogenannte stereotaktische Body Radiotherapy (SBRT), die je nach Tumortyp diesen deutlich schrumpfen lässt. Eine neue Methode, die sogenannte «Lattice-Bestrahlung», zeigt in bis zu 87 % der Fälle bessere Ergebnisse. Dabei wird der Tumor nicht gleichmässig, sondern gezielt an bestimmten Stellen mit hoher Dosis bestrahlt – ähnlich einem Gittermuster. Das kann den Tumor nicht nur direkt stärker schädigen, sondern auch das Immunsystem gegen den Krebs aktivieren.

Einschlusskriterien

Hunde mit grossen, inoperablen Tumoren; oder wenn die Strahlentherapie einer Operation vorgezogen wird.

Vorteile

Diese Methoden ermöglichen eine intensive Tumorbehandlung bei gleichzeitig geringer Belastung des gesunden Gewebes – insbesondere bei grossen Tumoren, die mit herkömmlicher Strahlentherapie schwer behandelbar wären.

Hintergrundinformationen

In dieser klinischen Studie vergleichen wir die beiden Methoden (SBRT und Lattice-Strahlentherapie) direkt miteinander. Man vermutet eine unterschiedliche Aktivierung des Immunsystems, das die Tumorzerstörung unterstützen kann.

Was ist das Ziel?

Ziel ist es, herauszufinden, welche Methode den Tumor besser verkleinert und wie sich beide auf das Immunsystem und gesunde Gewebe auswirken.

Was passiert bei der Studie?

Bei einer Studienteilnahme wird entweder ein SBRT- oder ein Lattice-Bestrahlungsplan erstellt.

Die Auswahl wird dem Zufall überlassen (d. h. randomisiert), die Behandlung findet aber auf jeden Fall an fünf aufeinanderfolgenden Tagen statt.

Falls der Tumor gut zugänglich ist und es für das Tier kein zusätzliches Risiko bedeutet, werden vor der ersten und bei der letzten Bestrahlung sowie bei der 3-Wochen-Nachkontrolle kleine Tumorproben entnommen, um die Wirkung auf das Immunsystem zu untersuchen.

Zum Forschungsteam gehört Dr. Sergejs Unterkirhers, Leiter der Stereotaxie am Institut für Radiotherapie Zürich, Klinik Hirslanden.

Kontakt

Haben Sie Fragen? Oder wollen Sie sich erkundigen, ob Ihr Hund oder Ihre Katze in eine dieser Studien eingeschlossen werden kann?
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme über das Kontaktformular.

Forschungsgruppenleiter:innen

Direktorin Klinik für Radio-Onkologie & Medizinische Onkologie
Vorsteherin Dept. Kleintiere

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