Zoe und die stille Gefahr: Nierenschäden durch Leishmaniose im Fokus

Neben der antileishmanialen Therapie sollte der Diagnose und, wo relevant, der Behandlung der Proteinurie mehr Beachtung geschenkt werden, da dies massgeblich zur Verbesserung der Prognose der betroffenen Tiere beiträgt. Das zeigt uns Zoe!
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Darum gehts

  • Zoe. eine 7-jährige Hündin, litt an Leishmaniose und einer schweren Nierenkomplikation (renale Proteinurie).
  • Trotz antiparasitärer Therapie blieb die Proteinurie hoch, was ein chronisches Nierenversagen hätte verursachen können.
  • Durch die zusätzliche Gabe von Benazepril konnte die Nierenfunktion stabilisiert werden.
  • Zoe geht es heute, anderthalb Jahre später, hervorragend. Ihr Fall zeigt die Notwendigkeit, Nierenkomplikationen bei Leishmaniose aktiv zu behandeln.

Zoe, eine 7-jährige, intakte Mischlingshündin aus Südeuropa wurde Anfang 2024 in der Sprechstunde für Klinische Infektiologie des Universitären Tierspitals Zürich vorgestellt. Anlass waren eine bekannte Leishmania-infantum-Infektion sowie eine neu diagnostizierte renale Proteinurie durch ihren Privattierarzt.

Bei der Vorstellung zeigte Zoe ein typisches klinisches Bild mit ausgeprägten Veränderungen von Haut, Fell und Krallen. Zudem fielen eine generalisierte Muskelatrophie und eine periphere Lymphadenomegalie auf. In der Hämatologie zeigte sich eine Bizytopenie mit einer leichtgradigen mikrozytären, hypochromen, aregenerativen Anämie (Hämatokrit 38%) sowie einer milden Leukopenie. Die Untersuchungen auf weitere vektorübertragene Erkrankungen sowie auf Leptospirose fielen negativ aus. In der Blutchemie wurde eine leichtgradige Hypalbuminämie (Albumin 24 g/L) festgestellt. Die Serumelektrophorese ergab eine polyklonale Gammaglobulinämie sowie einen Beta-2-Peak. Das C-reaktive Protein war mittelgradig erhöht. Besonders alarmierend war die Urin-Protein/Kreatinin-Ratio (UPC), welche bei 3,7 lag.

Renale Proteinurie ist ein häufiger Befund bei Hunden mit klinischer Leishmaniose. Obwohl mittlerweile mehrere internationale Leitlinien zur Behandlung der Leishmaniose bei Hunden veröffentlicht wurden, insbesondere diejenige der LeishVet-Gruppe, wird der renalen Proteinurie darin teils nur wenig Beachtung geschenkt. In den letzten Jahren konnten mehrere Studien zeigen, dass eine gezielte antiparasitäre Therapie eine rasche Verbesserung der Proteinurie bewirken kann. Unsere klinische Erfahrung zeigt jedoch, dass das Ansprechen individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Eine persistierende renale Proteinurie kann einen chronischen Nierenschaden verursachen oder eine bereits bestehende chronische Nierenerkrankung verschlimmern. Daher ist der Einsatz von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARBs) bei betroffenen Patienten in vielen Fällen indiziert.

Nach einer vierwöchigen Kombinationstherapie mit Megluminantimoniat und Allopurinol war Zoe klinisch stabil und hatte an Muskelmasse zugelegt. Sie wies jedoch weiterhin eine ausgeprägte renale Proteinurie mit einem UPC-Wert von 5,7 auf. Daraufhin wurde Benazepril in das Therapieschema aufgenommen und die Dosierung schrittweise an den Verlauf der Proteinurie angepasst. Glücklicherweise konnte die Proteinurie stabilisiert werden, ohne dass sich eine Azotämie oder Hyperkaliämie entwickelte.

Heute, eineinhalb Jahre nach Therapiebeginn, geniesst Zoe ihr Leben in vollen Zügen. Sie sprüht vor Lebensfreude und ist kaum wiederzuerkennen. Ihr Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls eine Behandlung der renalen Proteinurie bei Hunden mit vektorübertragenen Erkrankungen – insbesondere der Leishmaniose – ist. Dies trägt nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch zur Verlängerung der Lebenserwartung bei. Zoe zeigt uns auch, wie wichtig regelmässige Kontrollen sind, um die Therapie an die individuellen Bedürfnisse anpassen zu können.

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