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Kottransplantation beim Hund als unterstützende Therapie bei Magen-Darm-Beschwerden

Kottransplantation beim Hund als unterstützende Therapie bei Magen-Darm-Beschwerden

Ein gesunder Darm ist die Grundlage für eine gute Gesundheit. Wir wissen aus Erfahrung, wie sich Probleme im Darm auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Das ist bei Hunden nicht anders als bei Menschen. Die Wissenschaft gewinnt immer mehr Erkenntnisse darüber, wie wichtig das eigene Mikrobiom im Darm für viele andere Aspekte des Körpers ist.
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Im Zuge der Aufarbeitung von Hunden in der Gastroenterologie-Sprechstunde des Tierspitals geht es zunehmend auch um das intestinale Mikrobiom (früher Darmflora genannt). Sollte dieses gestört sein, kann das zum Schweregrad von chronischen und akuten Darmerkrankungen beitragen. Mit Hilfe von Kottransplantationen kann ein normales Mikrobiom wieder hergestellt werden

Ablauf Kottransplantation
Wenn Sie sich noch nie mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, mag der Gedanke an eine Kottransplantation im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich erscheinen. Die Behandlung ist eine einfache wie wirksame Methode, um Hunde mit Darmerkrankungen begleitend zur Standardtherapie zu behandeln. Kottransplantationen gibt es nicht nur in der Tiermedizin. Sie werden seit Jahrzehnten auch beim Menschen durchgeführt.

Die Fecal Microbiota Transplantation (FMT) ist ein sehr schonendes Verfahren für den Hund. Es ist weder eine Vollnarkose noch eine Sedation nötig.

Der erste Schritt für eine FMT ist die Gewinnung von Spenderkot. Dafür verwenden wir den Kot eines Hundes mit einer gesunden Darmmikrobiota (Darmflora). Die Auswahl der Spendertiere erfolgt sorgfältig und nach strengen Kriterien. Sie dürfen zum Beispiel keine Krankheiten haben und nicht unter Einfluss von Medikamenten stehen. Die Spendertiere werden regelmässig allgemein auf ihren Gesundheitszustand sowie spezifisch auf verschiedene Krankheitserreger untersucht.

Wir bieten derzeit zwei Methoden zur Kottransplantation an:

  • Die rektale Verabreichung
  • Die orale Verabreichung

Bei der rektalen Verabreichung wird der aufbereitete Spenderkot eines Tieres mit einer Spritze und einem passenden Katheter in den Enddarm eines erkrankten Hundes eingebracht. Dies ist nicht mit Schmerzen verbunden und wird sehr gut von unseren Patienten toleriert. Im Darm des Hundes breiten sich dann die neu eingebrachten Darmbakterien aus und sorgen dafür, dass das Mikrobiom wieder in ein gesundes Gleichgewicht kommt. Eine Verbesserung der Zusammensetzung der Darmbakterien im Kot ist bereits nach 24 Stunden zu erkennen. Manchmal sind mehrere Kottransplantationen in monatlichen Abständen notwendig, um das Mikrobiom neu aufzubauen.

Für die orale Verabreichung wir der Spenderkot tiefgefroren und gefriergetrocknet (lyophylisiert). Das entstandene Pulver (Lyophylisat) wird anschliessend zerkleinert und als Pulver verkapselt. Der Hund bekommt die Kapseln täglich oral verabreicht, am besten zusammen mit etwas Futter. Ideal ist eine Kombination beider Verfahren.

Fazit

Die Kottransplantation beim Hund ist eine vielversprechende und gut etablierte Möglichkeit, die Darmgesundheit des Hundes nachhaltig zu verbessern.

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