Die canine Leishmaniose ist seit Langem als weltweit verbreitete Erkrankung mit potenziell tödlichem Verlauf bekannt (Gramiccia & Gradoni, 2005). Nierenschäden, die durch die Leishmania infantum-Infektionen verursacht werden, sind die Haupttodesursache dieser Erkrankung bei Hunden.
Durch den Klimawandel breitet sich das Endemiegebiet dieser über Phlebotomen-Stiche (Schmetterlingsmücken) übertragenen Zoonose zunehmend aus (Solano-Gallego et al., 2011). So wurden im Kanton Tessin bereits mehrere Phlebotominae-Arten nachgewiesen (Ravasi et al., 2024; Schaffner et al., 2024), darunter zunehmend auch solche, die Leishmania infantum übertragen können (Ravasi et al., 2024). Zudem wurden in den letzten Jahren vermehrt Hunde mit caniner Leishmaniose in grenznahen Gebieten in Italien identifiziert (Gradoni et al., 2022).
Reisen mit Hunden in betroffene Gebiete ohne adäquaten Mückenschutz sowie die wachsende Zahl an Importen aus betroffenen Regionen tragen dazu bei, dass lebenslang infizierte Tiere in die Schweiz gelangen (Maia & Cardoso, 2015; Schaffner et al., 2024). Damit steigt das Risiko einer Endemisierung auch hierzulande.
Die therapeutischen Möglichkeiten bei Hunden mit Leishmaniose sind derzeit noch begrenzt (Solano-Gallego et al., 2011). Resistenzen gegen Allopurinol, den am häufigsten eingesetzten Wirkstoff wurden bereits beschrieben. Da das klinische Bild nicht nur vom Erreger selbst, sondern auch massgeblich von der individuellen Immunantwort abhängt, gilt die Immunmodulation beim Hund als vielversprechender Therapieansatz. Für den Einsatz von Domperidon bei infizierten, aber klinisch unauffälligen Hunden liegt bereits fundierte Evidenz vor (Gómez-Ochoa et al., 2009, Sabate et al., 2014; Cavalera et al., 2021; Cavalera et al., 2022; ). Für den Einsatz bei klinisch erkrankten Hunden besteht jedoch noch erheblicher Forschungsbedarf (Travi et al., 2018).
Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapieansätze ist ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Pathophysiologie. Diesem Ziel möchten wir uns widmen und haben daher kürzlich ein gemeinsames Forschungsprojekt zwischen dem Institut für Parasitologie und der Klinischen Infektiologie am Universitären Tierspital Zürich initiiert.
Im Rahmen der Studie werden bisher unbehandelte Hunde mit Leishmaniose aufgenommen und im Verlauf der Therapie engmaschig begleitet. Unser Ziel ist es, die individuelle Immunantwort besser zu verstehen und prognostisch relevante Faktoren für das Therapieansprechen zu identifizieren.
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Lassen Sie uns gemeinsam einen Beitrag zur verbesserten Behandlung von Leishmaniose bei unseren vierbeinigen Patienten leisten!