Forschungsinitiative LeisCH

In Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Veterinärparasitologie und dem Team für Klinische Infektiologie am Universitären Tierspital Zürich haben wir ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, die Immunantwort auf Infektionen mit Leishmania infantum besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
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Darum gehts

  • Die Canine Leishmaniose ist eine durch Sandmücken (Phlebotominae) übertragene Krankheit.

  • Das Hauptproblem bei infizierten Hunden sind Nierenschäden, die tödlich verlaufen können.

  • Das Verbreitungsgebiet wächst durch den Klimawandel, möglicherweise auch in der Schweiz.

  • Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und teils durch Resistenzen eingeschränkt.

  • Ein neues Forschungsprojekt zwischen dem Universitären Tierspital Zürich und dem Institut für Parasitologie untersucht die Immunantwort der Hunde.

  • Ziel: ein besseres Verständnis der komplexen Immunantwort sowie  Identifikation von Faktoren, die den Therapieerfolg optimieren können.

  • Tierärzt:innen sind eingeladen, geeignete Studienpatienten zu melden.

Die canine Leishmaniose ist seit Langem als weltweit verbreitete Erkrankung mit potenziell tödlichem Verlauf bekannt (Gramiccia & Gradoni, 2005). Nierenschäden, die durch die Leishmania infantum-Infektionen verursacht werden, sind die Haupttodesursache dieser Erkrankung bei Hunden.

Durch den Klimawandel breitet sich das Endemiegebiet dieser über Phlebotomen-Stiche (Schmetterlingsmücken) übertragenen Zoonose zunehmend aus (Solano-Gallego et al., 2011). So wurden im Kanton Tessin bereits mehrere Phlebotominae-Arten nachgewiesen (Ravasi et al., 2024; Schaffner et al., 2024), darunter zunehmend auch solche, die Leishmania infantum übertragen können (Ravasi et al., 2024). Zudem wurden in den letzten Jahren vermehrt Hunde mit caniner Leishmaniose in grenznahen Gebieten in Italien identifiziert (Gradoni et al., 2022).

Reisen mit Hunden in betroffene Gebiete ohne adäquaten Mückenschutz sowie die wachsende Zahl an Importen aus betroffenen Regionen tragen dazu bei, dass lebenslang infizierte Tiere in die Schweiz gelangen (Maia & Cardoso, 2015; Schaffner et al., 2024). Damit steigt das Risiko einer Endemisierung auch hierzulande.

Die therapeutischen Möglichkeiten bei Hunden mit Leishmaniose sind derzeit noch begrenzt (Solano-Gallego et al., 2011). Resistenzen gegen Allopurinol, den am häufigsten eingesetzten Wirkstoff wurden bereits beschrieben. Da das klinische Bild nicht nur vom Erreger selbst, sondern auch massgeblich von der individuellen Immunantwort abhängt, gilt die Immunmodulation beim Hund als vielversprechender Therapieansatz. Für den Einsatz von Domperidon bei infizierten, aber klinisch unauffälligen Hunden liegt bereits fundierte Evidenz vor (Gómez-Ochoa et al., 2009, Sabate et al., 2014; Cavalera et al., 2021; Cavalera et al., 2022; ). Für den Einsatz bei klinisch erkrankten Hunden besteht jedoch noch erheblicher Forschungsbedarf (Travi et al., 2018).

Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapieansätze ist ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Pathophysiologie. Diesem Ziel möchten wir uns widmen und haben daher kürzlich ein gemeinsames Forschungsprojekt zwischen dem Institut für Parasitologie und der Klinischen Infektiologie am Universitären Tierspital Zürich initiiert.

Im Rahmen der Studie werden bisher unbehandelte Hunde mit Leishmaniose aufgenommen und im Verlauf der Therapie engmaschig begleitet. Unser Ziel ist es, die individuelle Immunantwort besser zu verstehen und prognostisch relevante Faktoren für das Therapieansprechen zu identifizieren.

Haben Sie aktuell einen potenziellen Studienpatienten in Ihrer Praxis oder Klinik?

Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail oder telefonisch über das Medizinische Überweisungstelefon.

Lassen Sie uns gemeinsam einen Beitrag zur verbesserten Behandlung von Leishmaniose bei unseren vierbeinigen Patienten leisten!

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