Fäkale Mikrobiota Transplantation: Neue Therapieoption für umweltallergische Hunde

Umweltallergien bei Hunden sind auf der ganzen Welt weit verbreitet. In der Schweiz leidet je nach Rasse jeder zweite Hund an einer Umweltallergie. Die Krankheit belastet Hunde und Besitzer:innen stark. Viele Hunde benötigen lebenslang Medikamente, die Nebenwirkungen verursachen und Symptome nicht immer ausreichend bekämpfen.

Photo taken in Graz, Austria

Das Darmmikrobiom im Fokus der Allergiebehandlung

Am Universitären Tierspital Zürich forschen wir kontinuierlich an alternativen Therapieansätzen. Dabei untersuchen wir das Darmmikrobiom als vielversprechenden Faktor für die Entstehung und Behandlung von Allergien.

Welche Rolle spielt  das Darmmikrobiom?

Viele Studien stützen die Hypothese, dass die Bakterienpopulation im Darm (Mikrobiom) die Entwicklung vieler Krankheiten beeinflusst. Unter anderem zählen hierzu Allergien beim Menschen. Das Mikrobiom wird durch den genetischen Hintergrund, durch die Nahrung und durch Umwelteinflüsse bestimmt.

Die Kottransplantation (fäkale Mikrobiota-Transplantation = FMT) ist ein neuer, vielversprechender Therapieansatz zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener Erkrankungen bei Menschen und Tieren. Hierbei überträgt man die «gute» Darmflora eines gesunden Spenders in den Darm einer erkrankten Person oder eines erkrankten Tieres. Dies geschieht über einen rektalen Einlauf (FMT-Einlauf) oder orale Kapseln (FMT-Kapseln). Das gute Darmmikrobiom des Spenders kann im Darm des erkrankten Empfängers das Immunsystem positiv beeinflussen und Entzündungsprozesse unterbrechen. Eine bei uns durchgeführte Studie zeigt, dass dieser Ansatz auch bei atopischer Dermatitis bei Hunden wirkt.

Wie wird die FMT-Therapie durchgeführt und hat sie Nebenwirkungen?

Für den FMT-Einlauf bereitet man den Kot gesunder Spenderhunde auf und füllt ihn in Spritzen. Dann bringt man ihn mithilfe eines Katheters direkt in den Dickdarm des erkrankten Hundes ein. Dies ist nicht schmerzhaft und wird von den meisten Hunden sehr gut toleriert. Die Hunde müssen dafür nicht sediert werden.

Die FMT-Kapseln stellen wir am Tierspital Zürich mit dem Kot der gesunden Spenderhunde her. Der Kot wird in Pulverform in Kapseln gefüllt, die gekühlt oder gefroren zu Hause lagern müssen. Die Kapseln werden geschluckt oder gefressen und von den meisten Hunden gut akzeptiert. Eine Kombination von Einlauf und Kapseln ist möglich. Je nach Hund kann man sich auch für eine Applikationsart entscheiden.

Nebenwirkungen treten selten auf. Sie zeigen sich hauptsächlich in leichten Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel in weicherem Kot für wenige Tage.

Video: So funktioniert ein FMT-Einlauf.

Fragen zur Fäkalen Mikrobiota-Transplantation?

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