Forschungsinitiative LeisCH

Zwei Spezialistenteams, die Klinische Infektiologie und die Veterinärparasitologie, haben ein gemeinsames besonderes Forschungsprojekt gestartet. Unser Ziel ist es, die Reaktion des Abwehrsystems von Hunden auf den Erreger „Leishmania infantum“, einen Parasiten, der die Krankheit Leishmaniose verursacht, besser zu verstehen. Auf Basis dieser Erkenntnisse möchten wir neue Ansätze für wirksamere Behandlungen entwickeln.
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Darum gehts

  • In einem Forschungsprojekt mit zwei Spezialistenteams wollen wir die Reaktion des Immunsystems von Hunden auf den Leishmaniose-Erreger besser verstehen.
  • Die Krankheit ist eine ernsthafte Infektion, die unbehandelt meist tödlich verläuft – vor allem aufgrund von Nierenschäden.
  • Übertragen wird die Leishmaniose durch Sandmückenstiche. Aufgrund des Klimawandels, des zunehmenden Reiseverkehrs und der Einfuhr von Tieren gewinnt das Thema auch in der Schweiz an Bedeutung.
  • Die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und es gibt bereits Resistenzen gegen wichtige Medikamente.
  • Neue Ansätze setzen auf die Stärkung des Immunsystems. Erste Studien sind vielversprechend, es besteht jedoch noch Forschungsbedarf.
  • Im Projekt werden Hunde mit Leishmaniose engmaschig begleitet, um Faktoren für wirksamere Therapien zu ermitteln.

Die Canine Leishmaniose ist eine ernsthafte Infektionskrankheit bei Hunden, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Dabei werden hauptsächlich die Nieren geschädigt, was auch die häufigste Todesursache bei betroffenen Tieren ist.

Ausgelöst wird die Krankheit durch den Parasiten «Leishmania infantum», der über Stiche von sogenannten Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) übertragen wird. Durch den Klimawandel breiten sich diese Mückenarten auch in neuen Regionen aus. So wurden inzwischen auch im Tessin Mückenarten nachgewiesen, die den Erreger übertragen können. Gleichzeitig steigt das Risiko durch Reisen mit Hunden in betroffene Gebiete sowie durch den Import von Tieren aus diesen Regionen. Dadurch können auch infizierte Hunde in die Schweiz gelangen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind aktuell noch begrenzt. Zudem wurden bereits Resistenzen gegen das wichtigste Medikament festgestellt. Deshalb gilt die Stärkung und Steuerung des Immunsystems (Immunmodulation) als vielversprechender neuer Ansatz. Erste Studien mit bestimmten Medikamenten (Domperidon) zeigen gute Ergebnisse bei infizierten, aber noch gesunden Hunden. Für bereits erkrankte Tiere besteht jedoch weiterhin grosser Forschungsbedarf.

Um neue Therapien entwickeln zu können, müssen zunächst die genauen Abläufe im Körper besser verstanden werden. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Institut für Parasitologie und dem Team für Klinische Infektiologie am Universitären Tierspital Zürich ein Forschungsprojekt gestartet.

In dieses Projekt werden Hunde mit Leishmaniose aufgenommen, die noch keine Behandlung erhalten haben, und während der Therapie engmaschig begleitet. Das Ziel besteht darin, die individuelle Immunantwort besser zu verstehen und Faktoren zu identifizieren, die den Behandlungserfolg optimieren  können.

Leidet Ihr Hund an Leishmaniose?

Wenn die Erkrankung bei Ihrem Hund festgestellt wurde oder ein Verdacht besteht, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Sie können uns direkt per E-Mail unter infektiologie@vetclinics.uzh.ch oder telefonisch über unser Empfangsteam (+41 44 635 81 12) erreichen.

Gerne können Sie auch Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt darauf ansprechen – sie oder er kann die Anmeldung ebenfalls für Sie übernehmen. Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie uns, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Behandlung von Hunden mit Leishmaniose weiter zu verbessern

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