/
Behandlung von Hunden mit Leishmaniose – Adjuvante Therapie mit ACE-Hemmern: Ein Weg zu einem besseren langfristigen Nierenschutz?

Behandlung von Hunden mit Leishmaniose – Adjuvante Therapie mit ACE-Hemmern: Ein Weg zu einem besseren langfristigen Nierenschutz?

Leishmaniose ist eine Krankheit, die von Mücken auf Hunde übertragen wird. Bei einigen Hunden, die an Leishmaniose erkrankt sind, kommt es trotz Behandlung zu einem schweren Eiweissverlust über die Nieren, welcher langfristig auch für die Nieren selbst schädlich ist. Der Erfolg einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer wird nun im Rahmen unserer Infektiologie-Sprechstunde untersucht.
UTZ_KT_InnereMedizin_Leishmaniose_Hund

Die übermässige Eiweissausscheidung im Urin infolge einer Schädigung bzw. Funktionsstörung in der Niere (renale Proteinurie) ist ein häufiges Symptom bei Hunden mit klinischer Leishmaniose. Obwohl bislang mehrere internationale Leitlinien zur Behandlung der Leishmaniose bei Hunden veröffentlicht wurden, hat keine dieser Leitlinien die Behandlung der Proteinurie im Fokus. In den letzten Jahren haben Therapiestudien wiederholt gezeigt, dass eine spezifische Therapie der Leishmaniose zu einer raschen Besserung der Proteinurie führen kann. Nach unserer klinischen Erfahrung sprechen Hunde jedoch unterschiedlich an. Eine anhaltende renale Proteinurie kann einen chronischen Nierenschaden verursachen und zur Progression einer bereits vorhandenen chronischen Nierenerkrankung führen. Wir möchten nun genauer evaluieren, welche Behandlung für diese Hunde am besten geeignet ist.

Analysiert wird die Auswirkung der Verabreichung eines ACE-Hemmers als Therapiemöglichkeit bei an Leishmaniose erkrankten Hunden mit renaler Proteinurie. Die Studie soll zeigen, ob durch diese Zusatztherapie die Nieren besser vor den Folgen der Leishmaniose geschützt werden können.

ACE-Hemmer sind eine Gruppe von blutdrucksenkenden Medikamenten. Sie haben einen nierenschützenden Effekt, vermutlich indem sie den systemischen Gefässwiderstand reduzieren und auch die Blutgefässe in der Niere beeinflussen. Sie werden heute bereits erfolgreich im Klinikalltag zur Behandlung von Hunden mit renaler Proteinurie anderen Ursprungs eingesetzt.

Für die Studie suchen wir neu diagnostizierte Hunde mit Leishmaniose und renaler Proteinurie sowie Hunde mit Leishmaniose mit anhaltender Proteinurie trotz Therapie mit Allopurinol. Jeder Hund erhält zusätzlich zur Therapie gegen Leishmaniose einen ACE-Hemmer. Im weiteren Verlauf werden der Gesundheitszustand, der Blutdruck sowie die Blut- und Urinbefunde über ein Jahr lang regelmässig kontrolliert und anhand der ausgewerteten Daten ein Therapieleitfaden erstellt.

Sollte Ihr Hund den Einschlusskriterien entsprechen oder sollten Sie in Ihrer Praxis einen passenden Hund im Klientel haben, melden Sie sich gerne unter folgender Kontaktadresse: infektiologie@vetclinics.uzh.ch oder telefonisch über die Telefonzentrale der Kleintierklinik (044 635 81 12). Wir bedanken uns für Ihre Mithilfe und freuen uns auf Ihr Feedback!

Suche