Gibt es einen Zusammenhang zwischen subklinischer Bakteriurie im Welpenalter und chronischer Nierenerkrankung bei Boxerhündinnen?

Hunde |
  Klinische Infektiologie und Gesundheitsvorsorge, Nephrologie |
 Studienteilnahme möglich
Zuletzt aktualisiert am 28. April 2026
Diese Studie führen wir im Rahmen der nephrologischen Sprechstunden des Universitären Tierspitals Zürich durch. Dabei bieten wir Boxerhündinnen neben der klinischen Untersuchung eine umfassende Abklärung mittels labordiagnostischer und ultrasonographischer Verfahren an, um die Nierenfunktion vollständig zu evaluieren.
Impressionen von der Boxerhunde-Studie am Universitären Tierspital der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich

Informationen zur Studie

Boxerhunde neigen häufiger als andere Rassen dazu, bereits in jungen Jahren eine chronische Nierenkrankheit zu entwickeln. Die genauen Ursachen dafür sind noch nicht vollständig bekannt.

Im Rahmen dieser Studie möchten wir daher untersuchen, ob eine unbemerkte Bakterienansiedlung der Harnblase in jungem Alter (sogenannte subklinische Bakteriurie) die Nierengesundheit langfristig beeinträchtigt und somit zur Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung beitragen kann.

Einschlusskriterien

Wir suchen erwachsene Boxerhündinnen (≥ 1 Jahr), bei denen im Welpenalter (0–6 Monate) bereits eine Urinuntersuchung durchgeführt wurde – zum Beispiel durch den Tierarzt, die Tierärztin oder Züchter:in. Diese Hündinnen werden im Rahmen unserer Studie am Universitären Tierspital Zürich auf ihre Nierengesundheit untersucht.

Vorteile

  • Diese Studie bietet Ihnen die seltene Chance, dass Ihre Boxhündin umfangsreiche, diagnostische Massnahmen bekommt, mit welcher eine beginnende chronische Nierenerkrankung frühzeitig erkannt und antherapiert werden kann.
  • Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie zu einem besseren Krankheitsverständnis bei, und dies kommt den betroffenen Boxerhündinnen und deren Tierbesitzenden direkt zugute.

Hintergrundinformationen

Manche Boxerhunde sterben bereits in jungen Jahren an Nierenversagen. Als Ursache vermuten Experten die Nierendysplasie, eine Missbildung der Nieren. Eine wissenschaftliche Untersuchung von Nierenproben bestätigt diese Vermutung, denn Forscher fanden bei allen untersuchten Boxerhunden unreife Nierenkörperchen. Diese Ergebnisse deuten auf eine mögliche autosomal-rezessive Vererbung der renalen Dysplasie hin.

Eine spätere wissenschaftliche Arbeit stellte jedoch die Annahme infrage, dass renale Dysplasie die einzige Ursache für frühe Nierenerkrankungen bei Boxerhunden ist. Hier zeigte einer von neun Boxerhunden in den Nierenproben Anzeichen einer renalen Dysplasie. Gleichzeitig deutete eine positive Harnkultur bei 30% der 37 untersuchten Hunde auf eine andere mögliche Ursache hin.

Eine weitere Studie fand bei Boxern Nierenveränderungen, die einer chronischen Pyelonephritis (bakterielle Niereninfektion) gleichen. Forscher diskutieren als mögliche Ursache einen vesikoureteralen Reflux (Rückfluss von Urin aus der Harnblase über die Harnleiter in Richtung Niere), was bisher aber nicht bestätigt ist.

Eine Untersuchung von Boxerwelpen am Universitären Tierspital Zürich ergab, dass 25 Prozent der scheinbar gesunden Welpen eine positive Harnkultur aufwiesen. Sie zeigten aber keine Anzeichen einer Harnwegsinfektion (subklinische Bakteriurie). Diese Harnwegsinfektion trat ausschliesslich bei weiblichen Boxerhunden auf. Das gehäufte Auftreten von Nierenerkrankungen bei jungen Boxerhunden scheint multifaktoriell bedingt zu sein. Bislang ist unklar, ob die hohe Anzahl positiver Urinkulturen langfristige Folgen für die Nierengesundheit hat. Es ist auch unklar, ob sie zum frühen Auftreten von Nierenerkrankungen beiträgt.

Was ist das Ziel?

Im Rahmen dieser Studie möchten wir untersuchen, ob eine unbemerkte Bakterienansiedlung der Harnblase in jungem Alter (sogenannte subklinische Bakteriurie) die Nierengesundheit langfristig beeinträchtigt. Somit könnte sie zur Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung beitragen.

Was passiert bei der Studie?

Im Rahmen dieser Studie werden die Boxerhündinnen während einer nephrologischen Sprechstunde umfassend untersucht. Das beinhaltet eine klinische Untersuchung einschliesslich Blutdruckmessung, die Beurteilung der  Nierengesundheit durch Blut- und Urinanalysen sowie eine Ultraschalluntersuchung. Wir dokumentieren Veränderungen am Harntrakt und klassifizieren eine mögliche chronische Nierenerkrankung nach den IRIS Guidelines (International Renal Interest Society).

Kontakt

Haben Sie Fragen oder möchten Sie prüfen, ob Ihre Boxerhündin teilnehmen kann? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail.

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Forschungsgruppenleiter:innen

Oberärztin, Leitung Nephrologie/Urologie

Forschungsteam

Oberarzt und
Klinischer Instruktor
Klinik für Bildgebende Diagnostik
dipl. ECVDI
Oberärztin
Klinische Infektiologie
Leishmaniose-Studie und FIP-Studie
Assistenzärztin
Innere Medizin
Veterinärmedizinisches Labor
PhD, ECVCP

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