Lebertumoren bei Hund und Katze
Tumoren in der Leber sind entweder gutartig oder bösartig. Bösartige Tumoren sind zum Beispiel Leberkrebs oder Gallengangskrebs. Bei Katzen findet man zusätzlich Lymphome. Ein höheres Alter, bestimmte Rassen oder andere Krebserkrankungen, die in die Leber streuen können, erhöhen das Risiko. Die Leber ist eines der Organe, in denen häufig Metastasen von anderen Krebsformen auftreten.
Hier erfahren Sie, welche Anzeichen typisch sind, wie die Diagnose gestellt wird und welche modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Symptome
Tiere zeigen Symptome oft erst spät. Lebertumoren werden meist zufällig bei einer anderen Untersuchung gefunden. Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll, um solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei grossen Rassen empfiehlt sich eine Vorsorge ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren. Bei kleinen Rassen ist dies ab elf bis zwölf Jahren der Fall.
Wenn Tiere Symptome zeigen, sind diese oft unspezifisch. Zu möglichen Anzeichen gehören:
- Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit
- Erbrechen oder Durchfall
- Vergrösserter Bauchumfang, tastbare Beule im Bauch
- Gelbe Schleimhäute (Gelbsucht)
- Kreislaufprobleme bis zum Kollaps, wenn ein Tumor reisst und blutet (Notfall)
Diagnose
Diese Untersuchungen sind beim Verdacht auf einen Lebertumor notwendig:
- Eine genaue allgemeine Untersuchung! Bei weiblichen Hunden muss die Gesäugeleiste und bei männlichen Hunden die Prostata genau abgetastet werden. Auch Analdrüsen oder Schilddrüse schauen wir uns genau an.
- Blutuntersuchung (Blutzellen, Proteine, Leberwerte und Gerinnung)
- Ultraschall vom Bauchraum
- Besteht der Verdacht auf einen Tumor, braucht es eine Computertomografie von Bauch und Lunge. Diese Untersuchung zeigt, ob eine Operation möglich ist. Ausserdem können wir so schauen, ob es noch andere Tumore im Körper gibt.
- Gewebeproben (Biopsie oder Punktion) sichern die Diagnose. Punktionen der Leber sind sehr sicher, und es besteht bei Lebertumoren keine Gefahr, Tumorzellen zu verschleppen.
Die Vorabklärung eines Lebertumors inklusive CT kostet etwa CHF 1800 bis 2000. Wenn Ihr Tier versichert ist, übernimmt die Versicherung diese Kosten in der Regel. Das hängt aber im Einzelfall von Ihrer Versicherung ab.
Behandlungsmöglichkeiten
Operation
Bei einem einzelnen Tumor ist die Operation die beste Therapieoption.
Liegt der Tumor in den äusseren Teilen der Leber, operieren Tierärzt:innen mit einem Klammergerät, einem sogenannten «Stapler». Solche Operationen sind sicher und Komplikationen treten selten auf. Befindet sich der Tumor im Inneren der Leber, ist eine Operation schwieriger. Dann braucht der Patient Bluttransfusionen und es kommt häufiger zu Komplikationen.
Das Risiko, dass ein Hund die Operation nicht überlebt, hängt von der Lage des Tumors ab. Bei Tumoren in den äusseren Lappen liegt es unter 2 Prozent. Befindet sich der Tumor im Zentrum, steigt das Risiko auf ungefähr 15 Prozent.
Die Prognose richtet sich nach der Art des Tumors. Bei sogenannten hepatozellulären Karzinomen ist sie sehr gut. Die mittlere Überlebenszeit liegt hier bei drei bis vier Jahren nach der Diagnose. Bei Gallengangskarzinomen ist die Prognose schlechter. Die Überlebenszeit beträgt hier etwa ein Jahr.
Die Kosten für die Operation hängen von mehreren Faktoren ab:
- Grösse des Tieres (Medikamentenkosten)
- Aufwand von Operation und Narkose
- Einsatz spezieller chirurgischer Instrumente («stapler»)
- Mögliche Bluttransfusionen
- Betreuung Ihres Tieres auf der Intensivstation nach der Operation
Interventionelle Verfahren
Wenn eine Operation zu riskant oder einfach nicht gewünscht ist, bietet sich auch eine schonende Behandlung eines Lebertumors an. Dafür kommen je nach Situation verschiedene Möglichkeiten infrage.
Embolisation bei einzelnen Tumoren
Unter Röntgenkontrolle führt der Tierarzt oder die Tierärztin einen Katheter in die Leberarterie ein, die den Tumor mit Blut versorgt. Mittels Kleber oder kleinen Spiralen wird das Gefäss verschlossen. Durch diesen Verschluss stirbt der Tumor ab und wird kleiner. Der Eingriff ist schmerzlos. Bei grossen Tumoren zeigen Hunde nach dem Eingriff grippeähnliche Symptome. Das liegt daran, dass Gewebe abstirbt. Die Therapie macht den Tumor kleiner. Manchmal wird er so klein, dass eine Operation möglich ist, falls das gewünscht ist. Die Embolisation verlängert das Leben schätzungsweise um ein Jahr.
Ablation bei mehreren Tumoren
Hat die Leber mehrere Tumoren (Metastasen), können diese mittels Hitze oder Kälte ultraschallgesteuert geschädigt werden. Die Anzahl und die Grösse der einzelnen Knoten bestimmen, ob diese Behandlung eine Möglichkeit ist. Die Kosten für eine interventionelle Tumortherapie liegen je nach Fall zwischen CHF 1500 und 2500.
Palliativmedizin
Wenn Sie sich gegen eine weitere Behandlung entscheiden, helfen wir Ihnen trotzdem. Ein Plan mit Schmerzmitteln und Medikamenten, die den Appetit anregen, gestaltet die letzten Wochen für Ihr Tier so angenehm wie möglich.
Kontakt und Terminvereinbarung
Ihr Tier hat einen Lebertumor? Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin mit unserem Spezialistenteam.
Sprechstunde:
• Montag 14:00 bis 16:00 Uhr
• Dienstag und Donnerstag 09:30 bis 12:30 Uhr / 13:30 bis 16:00 Uhr
Operationen:
Montagmorgen, Mittwoch und Freitag
Wir sind über das Kontaktformular oder telefonisch (+41 44 635 81 12) für Sie da.