Peritonitis (Bauchfellentzündung)

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Peritonitis ist die medizinische Bezeichnung für eine Entzündung des Bauchfells. Das Bauchfell ist eine glatte Haut, die den Bauchraum auskleidet und ihn luftdicht abschliesst. Das Bauchfell entzündet sich meist sekundär zu Erkrankungen der Bauchorgane. 

Aufgrund der zahlreichen Ursachen kann die Peritonitis akut oder chronisch verlaufen. Abhängig von der Ursache und vom Verlauf treten unterschiedliche klinische Symptome auf. Häufige Symptome sind Kolik und Fieber. Verschiedene diagnostische Massnahmen sind notwendig, um die Ursache zu finden. Ein Pferd mit Peritonitis muss in der Regel stationär an der Klinik behandelt werden.

Bei uns stehen Spezialisten zur Verfügung, die mit Hilfe von modernsten Untersuchungsmethoden die Ursache der Symptome bei Ihrem Pferd diagnostizieren, den Schweregrad und die Prognose der Erkrankung beurteilen und Ihnen die Therapiemöglichkeiten aufzeigen, sollte Ihr Pferd an einer Peritonitis erkrankt sein.

Pferd mit Kolikanzeichen

 

 

 

Peritonitis – Wissenswertes über die Erkrankung

Blinddarmpunktion

Wie entsteht die Peritonitis

Die Ursachen sind vielfältig und zumeist in den Bauchorganen zu finden, die vom Bauchfell bedeckt sind.

Häufige Ursachen sind Erkrankungen des Magens oder Darmes die dazu führen, dass die Magen-  bzw. Darmwand durchlässig wird und Bakterien in den Bauchraum übertreten. Dies kann beispielsweise bei Darmentzündungen, Darmschädigungen bei Kolik  oder Parasitenwanderungen in der Darmwand vorkommen.

In seltenen Fällen tritt eine Peritonitis auch nach Bauchoperationen auf, zum Beispiel nach einer Kolikoperation oder Kastration. Auch bei speziellen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden besteht das Risiko einer Peritonitis, zum Beispiel nach einer Bauchhöhlenpunktion oder Blinddarmabgasung.

Weitere seltene Ursachen sind Magen- oder Darmrupturen, Blasenverletzungen oder Tumore.

Blinddarmpunktion bei einem Pferd mit Kolik zur Blinddarmabgasung

 

stein

Typische Symptome bei Peritonitis

Die klinischen Symptome sind sehr vielfältig, ein erster Verdacht entsteht bei Pferden mit Kolik und Fieber.

Handelt es sich um eine akute Bauchfellentzündung zeigen die Pferde Fieber, Apathie, Inappetenz, Koliksymptome (vermehrtes Liegen, zum Bauch Schauen, Wälzen), ein aufgezogenes Abdomen und gerötete Schleimhäute.

Handelt es sich um einen chronischen Verlauf treten intermittierende Koliken, Inappetenz, Gewichtsverlust, intermittierendes Fieber und/oder Unterbauchödem auf.

Pferd mit Unterbauchödem

 

Wie wird die Peritonitis diagnostiziert?

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Eine Bauchhöhlenpunktion und die Bestimmung der Zellzahl aus der gewonnen Flüssigkeit bestätigt die Diagnose einer Peritonitis. Es sind weitere Untersuchungen nötig, um den Schweregrad und die Ursache der Peritonitis festzustellen. Anhand der Ergebnisse dieser weiterführenden Untersuchungen kann die geeignete Therapie gewählt und die Prognose beurteilt werden.

Die Vorgeschichte kann wichtige Hinweise auf die Ursache liefern. Anhand der klinischen Untersuchung wird der Herz-Kreislaufzustand des Pferdes eingeschätzt. Da betroffene Pferde häufig auch Kolik zeigen wird eine Kolikuntersuchung durchgeführt, um den Gesundheitszustand des Magen-Darm Traktes zu beurteilen. Eine Untersuchung des Bauchraumes mit Hilfe des Ultraschalls sowie eine Blutuntersuchung und eine parasitologische Kotuntersuchung werden meistens zusätzlich durchgeführt. Ob und welche weiteren Untersuchungen vorgenommen werden hängt vom klinischen Bild ab.

Bauchhöhlenpunktion - die gewonnene Flüssigkeit wird im Labor analysiert

 

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Wer untersucht mein Pferd?

Ihr Pferd wird von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit Spezialgebiet Pferdemedizin untersucht und sämtliche Untersuchungen und Behandlungen werden mit der zuständigen Oberärztin besprochen. Für Spezialuntersuchungen werden bei Bedarf weitere Spezialisten anderer Fachgebiete beigezogen. Studierende der Veterinärmedizin stehen im Rahmen ihrer Klinikrotationen den Tierärztinnen und Tierärzten unterstützend zur Seite, sind jedoch nie alleine für Ihr Pferd verantwortlich. Unser Team aus Oberärztinnen besteht aus ausgewiesenen Spezialistinnen mit der höchsten Qualifikationsstufe in der Veterinärmedizin, dem Diplom des ECEIM (European College of Equine Internal Medicine) und/oder des ACVIM (American College of Veterinary Internal Medicine).

Die Oberärzte der Klinik für Pferdemedizin von l. nach r.  Dr. med.vet Meret Wehrli Eser Dipl ECEIM, Prof. Dr.med.vet. PhD Colin Schwarzwald Dipl. ECEIM, Dipl. ACVIM (Klinikdirektor), Dr. med.vet Hannah Junge Dipl ECEIM PD Dr.med.vet. PhD Angelika Schoster Dipl ECEIM, Dipl ACVIM

 

Behandlung der Peritonitis

Basierend auf den Befunden erstellen wir in Absprache mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan für Ihr Pferd. Betroffene Pferde müssen stationär in der Klinik behandelt werden. In den ersten Tagen ist oft eine intensivmedizinische Betreuung nötig.  

Die Pferde werden mit Infusionen, intravenöser Antibiose, Analgetika und endotoxinbindenden Medikamenten therapiert. Abhängig vom Schweregrad wird die  Bauchhöhle zusätzlich mit sterilen Lösungen gespült, um die Entzündungprodukte aus der Bauchhöhle zu entfernen. 

Oft werden zusätzlich Massnahmen zur Hufreheprophylaxe getroffen. Dazu werden die Hufe über 48 Stunden gekühlt und anschliessend Hufverbände mit Silikoneinlagen angebracht. Die Bauchhöhlenpunktion wird in regelmässigen Abständen wiederholt, um die Zellzahl in der Bauchhölenflüssigkeit zu bestimmen und den Therapieerfolg zu evaluieren.

Bauchhöhlenspülung bei einem Pferd mit Peritonitis

 

 

Hufreheprophylaxe

Prognose

Die Prognose ist abhängig von der Ursache, dem Schwergrad und dem Ansprechen auf die Therapie. Sind Bakterien an dem Entzündungsprozess beteiligt ist die Prognose schlechter, da häufig weitere Komplikationen wie Hufrehe auftreten. 

Pferd mit speziellen 'Ice boots'  zum Kühlen der unteren Extremitäten mit Eis zur Hufreheprophylaxe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hufreheprophylaxe

Nachsorge

Sie können die notwendigen Medikamente direkt von uns oder je nach Absprache, bei Ihrem Privattierarzt oder Ihrer Privattierärztin beziehen.

Sie bekommen einen detaillierten Bericht, in dem nochmals alle Befunde zusammengefasst sind, die Behandlung aufgeführt ist, sowie wichtige Informationen zur Erkrankung und Nachsorge aufgeführt sind.

Wir informieren auch Ihren Privattierarzt oder Ihre Privattierärztin, damit Nachkontrollen wenn möglich zu Hause durchgeführt werden können.
 

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